Der erste Aussichtsturm auf der Ritterburg im Biotopverbund ist fertig. Im Frühjahr wird er offiziell übergeben.
Strahlender Sonnenschein ließ gestern den Tagebau des Kaolinwerks sowie die schon renaturierte Fläche wie ein Urlaubsgebiet mit Seen erscheinen. Von höchsten Punkt im Biotopverbund – der sogenannten Ritterburg – konnte man den Blick schweifen lassen. Allerdings gestern nur für den Vor-Ort-Termin mit der SZ. „Wir wollen im Frühjahr offiziell unsere Erweiterung übergeben. Dann können die Besucher des Biotopverbunds auch auf die Burg und von dort diesen Blick genießen“, sagt Andreas Oelsner, Geschäftsführer des Förderwerks Land- und Forstwirtschaft. Kurz vor Wintereinbruch wurde der erste Aussichtsturm auf der nachempfundenen Burg fertig. Eine Holztreppe führt vom Inneren der Burg an einer der vier Ecken nach oben. Entstanden ist sie während einer Maßnahme des Förderwerks, die von der Arbeitsagentur und dem Amt für Arbeit und Soziales Bautzen gefördert wurde.
Zwei Kindercamps möglich
„Wir wollen gern noch einen zweiten Aussichtspunkt in der Burg schaffen. Aber noch müssen wir abwarten, wie es mit der Förderung weitergeht“, sagt Andreas Oelsner. Auf jeden Fall kann er sich vorstellen, in diesem Jahr zwei Kindercamps an Wochenenden zu gestalten. Das wird jedoch nicht das Förderwerk organisieren, sondern der Soziale Kultur- und Bildungsverein. „Auch die Gemeinde unterstützt uns hier immer“, sagt Oelsner, der selbst Gemeinderat und Mitglied im Sozialen Kultur- und Bildungsverein ist. Das erste Abenteuercamp im Juni vergangenen Jahres wurde jedenfalls sehr gut angenommen. Genauso wie die Chorserenade im September. „Die soll auch eine Fortsetzung finden. Da können die Bläser dann von der Burg herunter musizieren“, sagt Andreas Oelsner. Nächste Woche will er sich mit Sozialarbeiterin Jeannine Giebner und Kämmerer Friedhelm Fitzke zusammensetzen, um einen kleinen kulturellen Veranstaltungsplan zu stricken.
Ebenfalls im Frühjahr soll es mit der Kräuterspirale weitergehen. Eine Jugendmaßnahme, bei der junge Leute Geld verdienen, um damit den Führerschein zu finanzieren, macht dieses Bauwerk möglich. Die Kräuter werden dann gepflanzt. Gleich neben der Kräuterspirale ist eine Wiese eingezäunt. „Hier haben wir im Herbst Wildblumen gesät. Mal sehen, was wächst“, sagt Oelsner. Wenn viele Blumen aufgehen, kann die Wiese auch erweitert werden. Auch in der Werkstatt des Förderwerks wird auf das Frühjahr hingearbeitet. Hier entstanden über den Winter neue Memory – Spiele aus Holz zum Thema Tiere und Pflanzen. So wird die Fläche des Biotopverbunds von Mal zu Mal interessanter für die Besucher.
Erholungspark für alle offen
Beim gestrigen schönen Wetter war zu erahnen, wie schön es im Biotopverbund wieder wird. Seit 1998 sind das Förderwerk und das Caminauer Kaolinwerk dabei, die ehemaligen Tagebauflächen zu renaturieren. „Mittlerweile ist schon ein richtig kleiner Erholungspark daraus geworden“, sagt Andreas Oelsner. Offen für alle, die die Natur lieben und etwas darüber erfahren wollen. Denn auch die Informationstafeln sind in Maßnahmen des Förderwerks entstanden. Mit dem Aussichtsturm auf der Ritterburg ist nun ein neuer Höhepunkt geschaffen worden.


Text: Kerstin Fiedler
Fotos: SZ/Bernd Heinze

